Français

Städtekonferenz Mobilität (SKM)
Monbijoustrasse 8
Postfach
3001 Bern
031 356 32 32
Email senden

Charta für eine nachhaltige städtische Mobilität

Die «Charta für eine nachhaltige städtische Mobilität» umreisst die verkehrspolitischen Zielsetzungen der 54 unterzeichnenden Städte und bildet die Grundlage für die Aktivitäten der Städtekonferenz Mobilität.

Charta-Grundsätze


Verkehrssysteme sind Teil eines übergeordneten städtischen Gesamtsystems auf begrenztem Raum. Sie sind im Kontext verschiedener gleichwertiger, zum Teil gegensätzlicher Nutzungsansprüche wie Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln.

Verkehrssysteme sind in ihrer Gesamtwirkung zu betrachten. Einzelne Verkehrsträger sind unter dem Aspekt des nachhaltigen Umgangs mit begrenzten Ressourcen wie Raum, Energie und Geld zu planen.

In dicht besiedelten Stadträumen übernehmen nachhaltige Verkehrsformen, wie der öffentliche Verkehr sowie der Fuss- und Veloverkehr, einen grossen Teil des Verkehrs. Diese Verkehrsformen werden prioritär behandelt.

Durch die enge Abstimmung mit der Siedlungsentwicklung entstehen möglichst kurze Wege. Die Stadt- und Wohnqualität wird auf einem hohen Niveau gehalten. In Abhängigkeit der beabsichtigten Stadtentwicklung ist das Verkehrssystem Grundsätze basierend auf den tatsächlich vorhandenen bzw. absehbaren Verkehrsbeziehungen und den beabsichtigten Verkehrsanteilen zu entwickeln.

Im Übergang zum ländlichen Raum kommt dem Ausbau kombinierter Mobilitätsformen (Park&Ride etc.) eine grössere Bedeutung zu.

Vor allem in Ballungsgebieten werden verschiedene Nutzungsansprüche an den begrenzten öffentlichen Raum gestellt. Dies bedingt eine Interessenabwägung zwischen Verkehr, Sicherheit, Gestaltung und Aufenthaltsqualität.

Der Strassenraum ist ein begrenztes Gut. Bestehende Verkehrsinfrastrukturen werden mithilfe modernster Technologie unter dem Aspekt der Transporteffizienz betrieblich optimiert.

Gemäss dem Ansatz der angebotsorientierten Planung werden neue Verkehrsinfrastrukturen nur nach Ausschöpfen vorhandener Betriebsreserven gebaut und/oder zur Entlastung von Stadtteilen. Verkehrsreduktionen auf den entlasteten Strassen werden durch flankierende Massnahmen gesichert, um eine langfristige Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität zu erreichen.

Auf dem Prinzip der Koexistenz (Mischverkehr auf tiefem Geschwindigkeitsniveau) basierende Betriebskonzepte sind zu fördern.